Veruntreuung von WEG-Geldern: So schützen sich Eigentümer

Bei Veruntreuung von WEG-Geldern sind Eigentümer nicht machtlos. Besser aber, sie erkennen die kriminellen Machenschaften frühzeitig – und handeln. Ein kompakter Ratgeber erklärt, was zu tun ist.

Die Betroffenen merken es meist erst, wenn es zu spät ist. Kriminelle Verwalter bedienen sich an den Erhaltungs-Rücklagen von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) und veruntreuen die Gelder. So berichtete der „Südkurier“ im Juni über einen ein WEG-​Verwalter im Schwarzwald, der wegen Veruntreuung von WEG-​Geldern in Höhe von fast 700.000 Euro für drei Jahre ins Gefängnis muss. 

Er hatte sich über Jahre aus den Konten mehrerer WEGs bedient. Durch Barentnahmen, Überweisungen auf Privatkonten und indem er Geld zwischen den Konten der Eigentümergemeinschaften transferierte, fielen die kriminellen Machenschaften lange nicht auf. Am Ende wurden ihm 90 Fälle von Veruntreuung zur Last gelegt.

Ratgeber zum Schutz vor Veruntreuung von WEG-​Geldern

Fälle wie dieser sind Anlass für den Verband Wohnen im Eigentum (WiE) seinen Ratgeber zu dem Thema neu aufzulegen. Das 22-seitige PDF „Veruntreuung durch WEG-​Verwalter*in? Warnzeichen erkennen, gezielt handeln, Schäden minimieren“ basiert auf der aktuellen Rechtslage des WEGesetzes 2020 und erklärt, wie Wohnungseigentümer eine Veruntreuung frühzeitig erkennen und was sie dann tun können. Dazu gibt er wertvolle Tipps, wie sich WEGs vor Veruntreuung schützen können.

Warnzeichen für eine mögliche Veruntreuung reichen von einem ausweichenden, ablehnenden Verhalten der Verwalter, wenn Eigentümer Einsicht in die Unterlagen nehmen wollen, über eine nicht nachvollziehbare Jahresabrechnung bis hin zu intransparenten Zahlungsvorgängen.

Veruntreuung von WEG-Geldern: Die Tricks der Kriminellen

„Zur Vertuschung der Veruntreuung wird mit dem Geld der WEGs wie auf einem ‚Verschiebebahnhof‘ verfahren: Ohne konkreten Zahlungsanlass wird das Geld zwischen den Konten verschiedener WEGs hin- und her überwiesen oder es finden sogar Geldtransfers auf die Geschäfts-​ und Privatkonten des Verwalters statt,“ sagt Gabriele Heinrich, Vorständin von Wohnen im Eigentum. „So erreichen veruntreuende Verwalter, dass die Bankkonten zu bestimmten Stichtagen einen korrekten Kontostand ausweisen, obwohl das Geld tatsächlich schon nicht mehr da ist.“

Wie Wohnungseigentümer oder der Verwaltungsbeirat einer WEG bei Verdacht auf Veruntreuung von WEG-Geldern am besten vorgehen, wie Eigentümer Beweise sichern können und Angaben der Verwaltung bei Kreditinstituten überprüfen, welche Möglichkeiten der Einsichtnahme in Verwaltungsunterlagen bestehen und vieles mehr erklärt der Ratgeber kompakt und verständlich. Er kostet vier Euro und kann online als PDF bestellt werden. (red./WiE)

Ratgeber „Veruntreuung durch WEG-​Verwalter*in? Warnzeichen erkennen, gezielt handeln, Schäden minimieren“ 
aktualisierte Fassung basierend auf dem WEGesetz 2020, 22 Seiten, PDF
Preis: 4,00 Euro

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